Kunst und die I-magi-nation

Imagination is not a state, it is the Human Existence itself.
William Blake

Kunst und Imagination sind seit jeher ein untrennbarer Teil der Westlichen Mysterientradition. Während geführter Meditationen lernen die Studierenden, ihre Erkenntnisse in Visionen zu verwandeln, und diese Visionen führen oft zu Kunstwerken. Das Ergebnis ist ein endloser Strom künstlerischer Ausdrucksformen, die in ihrer Form variieren: vom griechischen Drama bis zu Mozarts Zauberflöte, von den ägyptischen Königsgräbern bis zu den Gemälden von Waterhouse, von Tolkiens „Der Herr der Ringe“ bis zu William Blakes Poesie.

Eine wichtige Inspirationsquelle für die Hermetische Kunst ist schon immer die Astrologie. Die Konstellationen am Sternenhimmel gaben – und geben – Anlass zu mythischen Geschichten. Sie schlagen stets eine Brücke zwischen dem Sternenhimmel, der Erde und der Unterwelt, nach dem Prinzip „Wie oben, so unten“. Dies ist der Ursprung der Tarotkarten, einer Serie von 78 Arkana, die auf vier konzentrischen Ringen von Himmelskörpern basieren, die mit vier Bewusstseinsebenen verbunden sind. Zusammen bilden sie eine Gedächtnisburg, die Gralsburg mit dem sie umgebenden Verzauberten Land.

Das  „Book of the Caves“-Tarot

Ich arbeite derzeit an dem Tarotdeck, das dem Lehrmaterial der Academy for Hermetic Arts and Sciences entstammt. Dieses Tarotdeck heißt: „The Book of the Caves“ („Das Buch der Höhlen“). Der Name dieses Decks ist inspiriert von Platons Höhlengleichnis.

Die alten Eingeweihten der Westlichen Mysterientradition nahmen an, dass die Menschen in ihrer eigenen Höhle leben – eine Metapher für eine begrenzte Form der Wahrnehmung. Die Höhlen sind Bewusstseins- und Verhaltensmuster, die zu karmischen Erfahrungen führen. Jede Höhle ist einzigartig. Sie ist im Grunde leer, bis jemand kommt, der die Höhle betritt und sich als sensibel für dieses Muster erweist. Dann wird dieser Mensch in die Erfahrungen der Höhle verwickelt, bis er erkennt, dass seine Erfahrungen seinen eigenen Illusionen und Vorstellungen entspringen. Er ist in der Lage, die Probleme hinter sich zu lassen, wenn es ihm gelingt, seine eigene Achillesferse zu transformieren.

Die Hauptfigur in dem „Book of the Caves“ ist der Narr Heru. Heru ist ein altägyptisches Wort und bedeutet „Licht“. Der Narr sind Sie, während Sie durch Ihre Erfahrungen reisen. Mittels schöpferischer I-magi-nation durchwandern Sie das Verzauberte Land (Ihr Leben) und stellen sich allen möglichen Herausforderungen. Ihre Probleme sind in dem Moment vorbei, in dem Sie die Höhle, in der Sie gefangen sind, verlassen können.

Die Tarotkarten des „Book of the Caves“ sind als Ausgangspunkt für geführte Meditationen gedacht. Durch die sogenannten „Pathworkings“ (Pfadarbeiten) öffnen die Bilder die Tore der I-magi-nation zu den Inneren Landschaften, in denen unzählige magische Schätze und magische Fähigkeiten zu finden sind.

Auf dieser Webseite gebe ich bekannt, wenn es Neuigkeiten über das Tarotdeck gibt. In der Zwischenzeit veröffentliche ich die Karten und die dazugehörigen Meditationen im Shop.